Verschärfte Trinkwassersituation in Hochdorf und Umgebung
Die Grundwasserstände und Quellwasserzuflüsse in den Gemeinden Hochdorf, Hohenrain, Rain und Römerswil liegen nahe am Rekordtief. Wegen des anhaltend hohen Wasserverbrauchs sinken die Grundwasserstände weiter. Deshalb kann weniger Grundwasser gefördert werden. Einzelne Grundwasserpumpwerke mussten bereits ausser Betrieb genommen werden. Auch die Quellen führen deutlich weniger Wasser als üblich oder sind bereits versiegt.
Ende August 2026 liegt der Grundwasserspiegel über mehr als 2 Meter unter dem Durchschnittswert der Jahre 2020 bis 2025 für diese Jahreszeit. Der durchschnittliche Wasserverbrauch liegt in diesem Jahr zwar im Bereich der Vorjahre. Aufgrund der hohen Temperaturen und der daraus resultierenden Verbrauchsspitzen zwischen Mai und August sinkt der Grundwasserspiegel derzeit jedoch stärker als in anderen Jahren.
Zum tiefen Grundwasserstand tragen insbesondere die fehlenden Niederschläge seit Herbst 2025 bei. Dadurch lag der Grundwasserspiegel bereits zu Beginn der Hitzeperiode tiefer als in vergleichbaren Hitzejahren.
Zwischen den Wasserversorgungen der Gemeinden Hochdorf, Hohenrain, Rain und Römerswil besteht ein Netzverbund. Die Wasserversorgungen überwachen die Entwicklung der Fördermengen, Reservoirstände und Grundwasserstände laufend. Zudem prüfen sie, ob zusätzliche Wasserbezüge aus benachbarten Versorgungen möglich sind. Die Gemeinden und ihre Wasserversorgungen stehen zudem im Austausch mit dem kantonalen Führungsstab.
Regenerierung braucht Zeit: Den Regen von heute trinken wir in drei Monaten.
Auch bei Niederschlägen wird sich die Situation nicht sofort entspannen. Die Böden sind derzeit so trocken, dass Regenwasser zunächst die oberen Bodenschichten befeuchten muss. Erst danach kann es in tiefere Schichten versickern und das Grundwasser anreichern.
Bis Regenwasser die Grundwasserströme erreicht, vergeht sehr viel Zeit. Das bedeutet: Niederschläge von heute stehen frühestens in zwei bis drei Monaten als Grundwasser zur Verfügung und können für die Trinkwasserversorgung genutzt werden.
Selbst bei anhaltenden Niederschlägen ist deshalb frühestens in zwei bis drei Monaten mit einer Stabilisierung oder einem Anstieg des Grundwasserspiegels zu rechnen. Die Wasserversorgung bleibt in den kommenden Monaten stark von der Wetterentwicklung abhängig. Um die verfügbaren Wasserreserven möglichst lange zu sichern, ist es wichtig, den Wasserverbrauch zu senken.